Jože Ciuha 1924 – 2015

Jože Ciuha wurde am 26. April 1924 in Trbvlje geboren. Er studierte an der Akademie für bildende Kunst in Ljubljana. Die Reise nach Mazedonien erregten in ihm das Interesse für die Erbschaft des Bysanz, in den Jahren 1959-1961 studierte Jože Ciuha die buddhistische Kunst und Philosophie an der Universität in Rangun (Birma). Gleichzeitig besuchte er auch Indien, Pakistan, Thailand, Kambodscha und Indonesien. In den Jahren 1964-1965 reiste er durch Südamerika und lernte die indianische Zivilisation kennen. Er besuchte Brasilien, Peru, Argentinien und Bolivien.

Im Jahre 1965 war Jože Ciuha Gast der Western Michigan University in Kalamazoo in den Vereinigten Staaten. In den siebziger Jahren leitete Jože Ciuha fünf Jahre lang das Seminar für freie Kunst an der Internationalen Sommerakademie in Salzburg.

Für seine Arbeit erhielt Jože Ciuha etwa 25 nationale und internationale Preise. Im Jahr 1966 wurde er zum Chevalier de l´ordre des arts et des lettres in Paris ernannt, im Jahre 1999 hat er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst – 1. Klasse erhalten, im Jahre 2004 wurde er zum Mitglied der Russischen Akademie.

Jože Ciuha ist am 12. April 2015 verstorben.

Generatio homunculi von Jože Ciuha

Sat, Top, Gan, Zen, Dol, Tin, Bas…

Es geschah schon vor langer Zeit. Und es geschieht noch und wird weiter geschehen.

Es kamen Große und Kleine, Dunkle und Helle, Weiße und Schwarze,

Glatthaarige, Gelockte und Rotbärtige mit Sonne und Mond in den

Augen. Sie kamen aus einem zwischen zwei Flüssen gelegenen Land,

aus Sand und Wüste, von salzigen Küstenorten, von mächtigen Bergen

von überallher.

Sie kamen jeder mit seiner Sprache, mit seinen Göttern, einander fremd. Sie fuchtelten mit den Händen, schrien und kreischten, sangen und flüsterten, fluchten und vertreten ihre tollen Augen. Sie fanden sich nur in Silben, die sich nicht in Worte fassen ließen, um sich mit diesen zu verständigen. Dann begannen sie zu bauen. Noch ehe der Turm, von dem jeder träumte, der die Krone auf dem Kopf trug und das Zepter und die Macht in seinen Händen hielt, errichtet war, packten sie Bögen, Lanzen und Schwerter, fielen übereinander her und  noch jetzt wiederholen die Besiegten und die Sieger weiterhin die gleichen Silben.

Es geschah vor langer Zeit und geschieht noch immer auf der Bühne, die Geschichte genannt wird. Noch immer blutig und tragisch. In dieser menschlichen Komödie verändert sich nur das Szenenbild, verändern sich nur die Kostüme, verändern sich die Werkzeuge, die Waffen, die Karten, die Symbole und Schachbretter, die Protagonisten jedoch bleiben immer die selben: Marionetten, Elfen und Trolle, Helden, Abenteurer, Halekine, Rosenkavaliere und spinnenähnliche Gelegenheiten. Und immer wieder stammeln sie:

Sat, Top, Gan, Zen, Dol, Tin, Bas, itn…